Kind 44

© Concorde Filmverleih

© Con­corde Filmver­leih

Moskau 1953, neben den Bah­n­gleisen wird die Leiche eines bru­tal ermorde­ten Kindes gefun­den. Doch in der stal­in­is­tis­chen Sow­je­tu­nion darf es offiziell keine Ver­brechen geben, das wider­spreche schließlich Stal­ins Ide­olo­gie des sow­jetis­chen neuen Men­schen. Daher wird der Mord kurz­er­hand zum Unfall erk­lärt.

Geheim­di­en­stof­fizier Leo Demi­d­ow (gespielt von Tom Hardy) soll den Vater des Kindes dazu bewe­gen, die offizielle Ver­sion zu akzep­tieren. Doch der eigentlich Lin­ien­treue Demi­d­ow, der fest an die stal­in­is­tis­che Ide­olo­gie glaubt, kommt selb­st ins Zweifeln und ver­sucht schließlich eine ganze Rei­he von Kin­der­mor­den aufzuk­lären. Dabei gerät er in Kon­flikt mit seinen Vorge­set­zten und den beste­hen­den Ver­hält­nis­sen seines Lan­des.

Mit Kind 44 kommt am 4. Juni der zweite große US-amerikanis­che Film des schwedis­chen Regis­seurs Daniel Espinosa in die deutschen Kinos. Der Film basiert auf dem gle­ich­nami­gen Roman von Tom Rob Smith, der wiederum vom Fall des Massen­mörders Andrej Tschikati­lo inspiri­ert ist, der in Rus­s­land von 1978 bis 1990 mehr als 50 Men­schen tötete, darunter zahlre­iche Kinder.

Während Smith‘ Roman ein gefeiert­er Best­seller war, wird Espinosas Film von den Kri­tiken nahezu ver­ris­sen. Grund­sät­zlich werde der Film der Roman­vor­lage nicht gerecht. In Rus­s­land hat das Kul­tur­min­is­teri­um den Film aus den Kinos ver­ban­nt, da er kurz vor den Feier­lichkeit­en zum 70. Jahrestag des Kriegsendes „untrag­bar“ wäre. Laut rus­sis­chen Medi­en würde Stal­ins Sow­je­tu­nion wie „Mor­dor“ dargestellt wer­den.

Ab heute kön­nen sich deutsche Kinobe­such­er selb­st ein Bild machen. Immer­hin weist Kind 44 eine beein­druck­ende Beset­zung auf:  Neben Tom Hardy, Gary Old­man und Vin­cent Cas­sel sind auch Noo­mi Rapace und Joel Kin­na­man in tra­gen­den Rollen zu sehen.

Info:
Kind 44 / Child 44
Pro­duk­tion­s­land: USA/CZ/GB

Erschei­n­ungs­jahr: 2015
Regie: Daniél Espinosa
Drehbuch: Richard Price
Länge: 138 Minuten
www.kind44-film.de

In Berlin kann der Film im Odeon in Schöneberg, im CineS­tar Sony Cen­ter und im Neuköll­ner Roll­berg-Kino in der Orig­i­nal­fas­sung gese­hen wer­den.

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