Sonnenfinsternis 2015 – Teil 3

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Der Mond schiebt sich vor die Sonne — ein bis­chen nach­bear­beit­et, es war nicht ganz so dunkel. Foto: Ste­fanie Mnich

von Nataša Čeretková und Ste­fanie Mnich

Am Fre­itag­mor­gen war es endlich soweit — Son­nen­fin­stern­iszeit!

Freitag — Tag der Finsternis
Reykjavik

7:00 Uhr mor­gens ein Blick aus dem Fen­ster — der erste Gedanke “Wo bin ich?” Die Sonne scheint, keine Wolke am Him­mel, kein Wind. Bin ich noch in Island? Seit Tagen ver­spricht uns der Wet­ter­bericht typ­isch isländis­ches Wet­ter für diesen Mor­gen: Wolken, Wind, Grau, vielle­icht ein bis­chen Schneere­gen. Davon ist an diesem Mor­gen nichts zu sehen — per­fek­tes Wet­ter!

So kon­nten die Hei­den den ersten Spaten­stich für ihren neuen Tem­pel bei bestem Wet­ter set­zen. Andere sehen sich die Fin­ster­n­is aus der blauen Lagune (dem berühmtesten Geot­her­mal­bad Islands) an oder ste­hen auf dem Turm der Hall­grím­skirk­ja. Auch Per­lan war gut besucht, Leute verteil­ten sich auf dem Dach und davor während sich der Mond langsam vor die Sonne schob. Es wurde merk­lich dun­kler und  käl­ter. Um 10:39 Uhr war die Sonne dann wieder “mond­frei” und fröstel­nd zogen alle von dan­nen.

Dann bis zur näch­sten, dies­mal total­en, Son­nen­fin­ster­n­is auf Island im August 2026!

Longyearbyen

Ganz uææh”, “unbeschreib­lich” und “das Schön­ste, das ich jemals gese­hen habe”, so haben einige der Besuch­er auf Spitzber­gen ihr Erleb­nis ein paar Minuten nach der total­en Son­nen­fin­ster­n­is kom­men­tiert. Das Wet­ter hat den Men­schen in Longyear­byen also auch ein unvergesslich­es Spek­takel gegön­nt.

Sonnenfinsternis_Svalbard

Totale Son­nen­fin­ster­n­is über Spitzber­gen Foto: Torill Ustad Stav/NRK

Nun kann man sich dank der mod­er­nen Tech­nik auf den Inter­net­seit­en der nord-nor­wegis­chen Zeitun­gen die Son­nen­fin­ster­n­is immer wieder anschauen — in ein­er kurzen und lan­gen Ver­sion, von der Luft aus und auf unzäh­li­gen Bildern.
Sonnenfinsternis_Luft
Ich habe viel weit­er südlich, in der nord-nor­wegis­chen Stadt Hon­ningsvåg am Fre­itag­mor­gen noch gehofft, die 95% Son­nen­fin­ster­n­is beobacht­en zu kön­nen. Mit Brillen aus­ges­tat­tet stand ich mit mein­er Chefin um zehn Uhr am Kai, habe aber verge­blich nach der Sonne hin­ter den Wolken gesucht. Es wurde dann tat­säch­lich mit­ten am Tag ganz dunkel. Die Frage ist nur, ob es wirk­lich der Son­nen­fin­ster­n­is oder nur der riesi­gen Schnee­wolke über der Stadt geschuldet war. Ein Trost war zumin­d­est der Livestream von Spitzber­gen, auf dem wir für ein paar Minuten das Geschehen mitver­fol­gt haben. Gle­ichzeit­ig haben wir uns entschlossen, die Brillen bis zur näch­sten total­en Son­nen­fin­ster­n­is in unser­er Region, Ost-Finn­mark, zu behal­ten. Die wird am 11. Mai 2097 sein, zwei Wochen vor meinem 110. Geburt­stag.

Tórshavn

Auf dem Livestream von den Färöer Inseln war am ganzen Vor­mit­tag lei­der nur ein bewölk­ter Him­mel zu sehen. Auf den Luftauf­nah­men erken­nt man aber trotz­dem hun­derte von gepark­ten Autos und zahlre­iche Zuschauer — in der Stadt und auf den hoch gele­ge­nen Aus­sicht­spunk­ten — die ges­pan­nt darauf warten, ob sich die Sonne doch noch zeigt. Obwohl um 9:41 Uhr Ort­stzeit die ganze Statd plöt­zlich von Dunkel­heit umhüllt war, kon­nte man in Tór­shavn wohl den berühmten Dia­man­ten­ef­fekt und die Son­nenko­rona nicht so gut erken­nen, wie an manchen anderen Orten.
Auf eine unglaubliche, ja, eine wirk­lich magisch schöne Weise hat die ein­heimis­che Band Ham­ferð den Moment der absoluten Son­nen­fin­ster­n­is fest­ge­hal­ten. Diese Liveauf­nahme sagt wirk­lich mehr als all die unzäh­li­gen Artikel und Bilder, die an diesem Tag geschrieben und aufgenom­men wur­den.
Schaut und staunt selb­st!

Ein paar Infos

Die Visu­al­isierung unten zeigt, wo und wann die Son­nen­fin­ster­n­is am Fre­itag Vor­mit­tag zu beobacht­en sein wird. Die totale Son­nen­fin­ster­n­is — hier durch den schwarzen Punkt dargestellt — wird man aber nur von den Spitzber­gen und den Färöer Inseln aus bewun­dern kön­nen. Während der voll­ständi­gen Son­nen­fin­ster­n­is verdeckt der Mond die ganze Sonne, was zum Einen eine mys­tisch dun­kle Stim­mung schafft, zum Anderen das Beobacht­en der sog. Son­nenko­rona möglich macht.

SE2015Mar20T

By A. T. Sin­clair [Pub­lic domain], via Wiki­me­dia Com­mons

Lest hier Teil 1 und 2 zur Son­nen­fin­ster­n­is 2015:

Teil 2: Mit mys­tis­chen und bizarren Geschicht­en umwoben

Teil 1: Nordeu­ropa bere­it­et sich auf den 20. März vor

 

 

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