1864 — Krieg im Staate Dänemark

Zur ARTE-Sendung 1864 - Liebe und Verrat in Zeiten des Krieges (7) 3: Auch Peter (Jens Saetter-Lassen, Mi.) und Einar (Carl Christian Riestra, re.) machen sich keine Illusionen mehr über einen Sieg. © Per Arnesen/ZDF Foto: ZDF Honorarfreie Verwendung nur im Zusammenhang mit genannter Sendung und bei folgender Nennung "Bild: Sendeanstalt/Copyright". Andere Verwendungen nur nach vorheriger Absprache: ARTE-Bildredaktion, Silke Wölk Tel.: +33 3 881 422 25, E-Mail: bildredaktion@arte.tv

Zur ARTE-Sendung 1864 — Liebe und Ver­rat in Zeit­en des Krieges (7) 3: Auch Peter (Jens Saet­ter-Lassen, Mi.) und Einar (Carl Chris­t­ian Ries­tra, re.) machen sich keine Illu­sio­nen mehr über einen Sieg. © Per Arnesen/ZDF Foto: ZDF

Ich bin Inge, die Tochter des Gutsver­wal­ters, die Liebe von Laust und Peter. Ich bin die let­zte lebende Zeu­g­in. Ich bin die Zeit, die ver­schwun­den ist.”  schreibt die wichtig­ste Pro­tag­o­nistin der dänis­chen Fernsehserie 1864 — Liebe und Ver­rat in Zeit­en des Krieges gle­ich am Anfang in ihr Tage­buch. 1864 fand der Deutsch-Dänis­che Krieg statt, den Deutsch­land gewann und der für Däne­mark zum nationalen Trau­ma wurde. Laust, Peter und Inge sind die Hauptcharak­tere dieser teuer­sten dänis­chen Serie über­haupt (23 Mil­lio­nen Euro) .

Geschichtlicher Hintergrund als Zeitleiste

Die Handlung

Mitte des 19. Jahrhun­dert, die Brüder Peter und Laust wach­sen in Armut, aber behütet in Däne­mark auf. Die Jun­gen verbindet eine enge Fre­und­schaft mit Inge, der Tochter des Gutsver­wal­ters.  Die Väter der drei ste­hen im Dien­ste des Barons, dessen Sohn Didrich, wie auch die Väter, aus dem Schleswig-Hol­steinis­chen Krieg zurück­gekehrt ist. Im Laufe der Zeit wird die Beziehung kom­pliziert­er, sowohl Laust, als auch Peter ver­lieben sich in Inge. Dann kommt der näch­ste Krieg, der Deutsch-Dänis­che Krieg, in den die Brüder und auch Didrich ziehen.

Die Neben­stränge der Geschichte spie­len zum einen in Kopen­hagen, wo sich die dänis­chen Poli­tik­er in Kriegsstim­mung reden, vor allem Regierungschef Ditlev Gothard Mon­rad, der Rhetorik- und Schaus­pielun­ter­richt bei der bekan­nten dänis­chen Schaus­pielerin Johanne Luise Heiberg nimmt, um seine Min­is­ter und den König zu überzeu­gen. Zum anderen in Berlin, wo Otto von Bis­mar­ck (“Wozu brauchen wir die Dänen? Die sprechen doch bloß Dänisch.”) ger­ade Pläne für ein geeintes Deutsch­land schmiedet.

Die Hand­lung span­nt einen Bogen in das Jahr 2014: Die rebel­lis­che Clau­dia  erhält einen Job als Haus­mäd­chen in dem Gut­shaus, in dem sich vor 150 Jahren die Geschichte um Inge, Peter und Laust abspielte. Sie find­et Inges Tage­buch und liest dem alten Baron daraus vor.

Schauspieler

 In 1864 spie­len viele bekan­nte Gesichter mit. So sind Pilou Asbæk (Didrich), Sidse Babett Knud­sen (Johanne Luise Heiberg) und Søren Malling (Sol­dat Johan Larsen) dabei, die auch schon in der erfol­gre­ichen dänis­chen Polit-Serie Bor­gen — Gefährliche Seilschaften mit­ge­spielt hat­ten. Die drei Hauptcharak­tere, Inge, Laust und Peter, wer­den von den bis­lang eher unbekan­nten Darstellern Marie Tourell Søder­berg, Jakob Ofte­bro und Jens Sæt­ter-Lassen gespielt. Mit dabei ist aber auch der auch inter­na­tion­al bekan­nte Lars Mikkelsen, als Vater von Laust und Peter.

Auf deutsch­er Seite spie­len die aus dem deutschen Fernse­hen bekan­nten Schaus­piel­er Rain­er Bock, Hans-Michael Rehberg, Heikko Deutschmann und Dieter Mon­tag die Rollen von Otto von Bis­mar­ck,  von den Gen­er­alfeld­marschall Friedrich von Wrangel und Hel­muth von Moltke und die des Königs Friedrich Wil­helm IV. von Preußen.

Umsetzung und Kritik

Wir sehen schöne und blutige Bilder, gute Schaus­piel­er und die Schreck­en des Krieges. Das alles ver­packt in eine mal glaub­würdi­ge, mal nicht so glaub­würdi­ge Geschichte. Zur his­torischen Genauigkeit sagt Ole Bornedal im Inter­view mit dem arte Mag­a­zin: “Alle wichti­gen Poli­tik­er und Mil­itärs auf dänis­ch­er und deutsch­er Seite treten auf. Doch wie immer bei his­torischen Spiel- oder Fernse­hfil­men der Fall, fällt eini­gen Charak­teren eine über­große Rolle zu.” Dies sei für einen glaub­würdi­gen Span­nungs­bo­gen wichtig. Dänis­che Medi­en kri­tisierten vor allem his­torische Fehler und Unge­nauigkeit­en, wie beispiel­sweise die fehlende Darstel­lung des multi­na­tionalen Charak­ters Däne­marks. Auch sei der Deutsch-Dänis­che Krieg nicht “der blutig­ste Krieg der dänis­chen Geschichte” gewe­sen, wie im Trail­er behauptet werde (der Große Nordis­che Krieg und der Schonis­che Krieg seien Beispiele für blutigere Kriege). Alles in allem ist die Serie pack­end und gut erzählt, die Szenen in den Schützen­gräben sind grausam. Ein­drück­lich zeigt die Serie, wie der Krieg das Leben von Men­schen zer­stört, wie er trau­ma­tisiert und wie Men­schen unter ihm lei­den.

Wir zeigen ihn [den Krieg] aus der Per­spek­tive der Sol­dat­en. Für mich ist es inter­es­san­ter, eine Sto­ry aus der Sicht der­er zu erzählen, die in den Schützen­gräben liegen, als aus der Sicht größen­wahnsin­niger Poli­tik­er.” beschreibt Regis­seur Ole Bornedal im Inter­view seine Umset­zung der Geschichte.

Die Neben­stränge, die die Entste­hung und Ursachen des Krieges zeigen, sind zwar recht kurz, aber aus­re­ichend für die his­torische Einord­nung. Die Rah­men­hand­lung, die in der Mod­erne spielt, ist mitunter etwas unglaub­würdig, wenn Clau­dia bspw. plöt­zlich ent­deckt, dass sie mit dem Baron ver­wandt ist.

Der Deutsch-Dänis­che Krieg war Däne­marks let­zter großer Krieg und reduzierte dessen Herrschafts­ge­bi­et auf den kleinen Staat, der es heute ist. Aber der Krieg war auch für die deutsche Geschichte von Bedeu­tung, denn er ist auch als erster deutsch­er Eini­gungskrieg bekan­nt und war damit, wie Ole Born­dal es aus­drückt, “eine wichtige Etappe auf dem Weg zu dem, was Deutsch­land heute ist: ein Nation­al­staat”.

Info
Jahr: 2014 Länge: 60 Minuten eine Folge
1 Staffel, beste­hend aus 8 Episo­den
Genre: Dra­ma
Erstausstrahlung: 12. Okto­ber 2014 (Däne­mark) auf Dan­marks Radio
Deutschsprachige Erstausstrahlung: 11. Juni 2015 auf Arte
Die ersten drei Fol­gen find­et ihr noch in der arte Mediathek, zudem wer­den sie Don­ner­stag, 25. Juni um 1:45 Uhr wieder­holt. Die näch­sten Fol­gen wer­den am 18.6. und 25.6. jew­eils 20.15 aus­ges­trahlt.

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