Kristina Ohlssons neuer Krimi “Sterntaler” fördert einiges zu Tage

In einem abgele­ge­nen Wald­stück wird die Leiche der seit zwei Jahren ver­mis­sten Stu­dentin Rebec­ca Trolle aufge­fun­den. Ohne Kopf und ohne Hände und im vierten Monat schwanger. Das Team um Alex Recht und Fredri­ka Bergmann nimmt die Ermit­tlun­gen zu dem Fall wieder auf, um endlich ihr mys­ter­iös­es Ver­schwinden aufzuk­lären. Dabei stoßen die bei­den auf immer selt­samere Ver­wick­lun­gen und neue Fra­gen kom­men auf. Was hat Rebec­cas schein­bar trauern­der Ex-Fre­und wirk­lich mit der ganzen Sache zu tun und wie passt die stumme Schrift­stel­lerin Thea Aldrin ins Bild, über die Rebec­ca zum Zeit­punkt ihres Ver­schwindens eine Sem­i­narar­beit schrieb?
Die Ermit­tlun­gen scheinen steck­en zu bleiben, doch dann wird unter Rebec­cas Fund­stelle eine zweite und später eine dritte Leiche ent­deckt, die jew­eils im Abstand von 20 Jahren ver­graben wur­den. Jet­zt erst fängt die Polizeiar­beit richtig an.

Die schwedis­che Autorin Kristi­na Ohls­son hat mit Stern­taler — nach “Aschen­put­tel” und “Tausend­schön” — ihren drit­ten Roman um Fredri­ka Bergmann und Alex Recht im Limes Ver­lag veröf­fentlicht. Die Büch­er bauen zwar aufeinan­der auf, kön­nen aber auch gut jedes für sich gele­sen wer­den, denn die Hand­lung ist auch, ohne die anderen Büch­er zu ken­nen, zu ver­ste­hen. Dieser Kri­mi um die drei Morde, die trotz eines Abstands von sechzig Jahren irgend­wie zusam­men­hän­gen, ist äußerst span­nend erzählt. Die immer wieder neu auf­tauchen­den Indizien führen zu immer neuen Verdächti­gen und lassen die Leser am Endrät­seln des Krim­i­nal­fall­es teil­haben. Ohls­son, die früher unter anderem im schwedis­chen Außen- und Vertei­di­gungsmin­is­teri­um und als Ter­ror­is­mus-Exper­tin bei der OSZE in Wien arbeit­ete, schildert die beschriebene Polizeiar­beit sehr glaub­würdig und fundiert. Lei­der fehlt diese Glaub­würdigkeit bei der Darstel­lung der drei Haupt­per­so­n­en  Bergmann, Recht und Ryd. Obwohl die Fig­uren nicht nur bei der Arbeit, son­dern auch im Pri­vatleben beschrieben wer­den, sind sie den Lesern lei­der oft fern und ihre Lebensentschei­dun­gen nicht immer nachvol­lziehbar. Die Fig­uren wach­sen einem ein­fach nicht ans Herz, wie beispiel­sweise ein Hole, ein Mørk oder eine Salan­der. Den­noch ist das Buch lesenswert! Es ist fes­sel­nd, die Geschichte intel­li­gent erzählt und überdies äußerst gut geschrieben.

Dieses Buch kann übri­gens portofrei bei Panke­buch bestellt wer­den.

Info:
Autorin: Kristi­na Ohls­son
Titel: Stern­taler (schwed. Änglar­vak­ter)
Erschei­n­ungs­jahr: 2013
Limes Ver­lag, 544 Seit­en

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.