Kleeblattsommer von Christian Wiik Gjerde

Christian Wiik Gjerde Kleeblattsommer Foto: Besser Nord als nie!Foto: Besser Nord als nie!

von Mar­ti­na Sander

Alvar und Jens sind Nach­barn und allerbeste Fre­unde auf Gul­løya, ein­er kleinen nor­wegis­chen Insel, von der kein­er wegreist, weil sie so schön ist, dass die Touris­ten kom­men. Sie besitzen ein gemein­sames Baumhaus mit Stöck­el­gläsern, liebevolle Eltern und Gul­la, die mit ihrer lila Dauer­welle, dem großen Herzen und ihrem fül­li­gen Kör­p­er die beste „Schwim­min­sel“ ist. Alles kön­nte ewig so weit­erge­hen, käme nicht Mag­nus als jüng­ster Teil eines Män­ner­haushalts ins Krähen­schloss. Mag­nus, der aus Oslo kommt, sich die Haare gelt und sich über­haupt ziem­lich cool find­et. Und plöt­zlich ste­ht Alvar zum ersten Mal in seinem neun­jähri­gen Leben ohne Jens da, denn der kickt jet­zt mit Mag­nus, und Fußball ist ja wohl das aller­let­zte, fand Alvar immer schon. 

In seinem Debüt „Klee­blatt­som­mer“ beweist der nor­wegis­che Autor Chris­t­ian Wiik Gjerde viel Empathie für seine kleinen schrä­gen Indi­vid­u­al­is­ten. Es geht natür­lich um Fre­und­schaft, um Eifer­sucht, um Stre­it und Ver­söh­nung, aber auch um den Willen Gutes zu tun und anderen eine Freude zu machen. Immer wieder beein­druck­end ist der Zusam­men­halt dieser sym­phatis­chen Insel­ge­mein­schaft, wo jed­er jeden ken­nt und ein­springt, wenn Not am Mann oder der Frau ist. Eine von vie­len wun­der­baren Anek­doten beschreibt Alvar, den schlecht­esten aller Geigen­schüler sein­er Mut­ter, in der Kirche beim verzweifel­ten Kratzen von Griegs Mor­gen­röte, denn den Hochzeits­marsch kann er nicht. Grundschüler*innen wer­den sich in der Geschichte wiederfind­en, die Nöte der kleinen Helden bilden fein­füh­lig ihre eige­nen Erfahrun­gen ab. Auch wenn es im Buch mal reg­net — ja, der Regen­tanz funk­tion­iert -, ist das Buch wie ein einziger langer Som­mer, macht gute Laune, Hoff­nung auf den näch­sten Skan­di­navienurlaub und ist am Ende sog­ar Rührungsträ­nen verdächtig, weil es ein­fach nur schön ist.

Anke Kuhl ergänzt die Geschehnisse mit kleinen Randze­ich­nun­gen und einem frischen Cov­er, das Lust macht, ins Buch zu schauen; Maike Dör­ries hat lebendig ins Deutsche über­set­zt. Alles in allem: Wir freuen uns auf weit­ere Büch­er des Autors.

Info
Klee­blatt­som­mer
Chris­t­ian Wiik Gjerde
Maike Dör­ries (Übers.)
Anke Kuhl (Illus­tr.)
336 Seit­en, ab 9 Jahren

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