Die andere Seite der Hoffnung” von Aki Kaurismäki

Der finnis­che Kul­tregis­seur Aki Kau­ris­mä­ki zeigt in seinem neuesten Film das Leben der kleinen Leute und das aber wie immer mit Stil. Khaled (Sher­wan Haji), ein junger Syr­er, gelangt als blind­er Pas­sagi­er nach Helsin­ki, dort will er Asyl beantra­gen. Wik­ström (Sakari Kuos­ma­n­en) ist ein fliegen­der Händler für Män­ner­hem­den und Krawat­ten und in der Midlife-Cri­sis. Er ver­lässt seine Frau, gibt seinen Job auf und kauft sich von einem Pok­ergewinn ein herun­tergewirtschaftetes Restau­rant in ein­er abgele­ge­nen Gasse in Helsin­ki.
Nach­dem die finnis­chen Behör­den Khaled in die Ruinen von Alep­po zurückschick­en wollen, beschließt dieser, ille­gal im Land zu bleiben. Wik­ström find­et ihn schlafend im Innen­hof vor seinem Restau­rant, sie ger­at­en in Stre­it, schla­gen und ver­söh­nen sich. Danach stellt Wik­ström Khaled als Aushil­fe ein und für einen Moment sehen wir das Leben von sein­er son­nigeren Seite. Aber natür­lich greift schon bald das Schick­sal ein.

Was in Kau­ris­mäkis let­ztem Film “Le Havre” noch märchen­haft erzählt wurde, weicht in “Die andere Seite der Hoff­nung” ein­er härteren Real­ität, beson­ders wenn Khaled in Rück­blenden von seinen jüng­sten Schreck­nis­sen in Alep­po erzählt. Auf der anderen Seite zeigt Kau­ris­mä­ki auf eine melan­cholis­che, fast poet­is­che Weise, wie das Leben sein sollte, wenn Wik­ström eine größere Summe Geld zahlt, um Khaled einen falschen Pass zu besor­gen, oder der finnis­che Schleuser für den Trans­port der Schwest­er gar kein Geld ver­langt.
Wir bewe­gen uns ein­deutig wieder in Kau­ris­mäkis kün­stlichem Uni­ver­sum, in dem es jede Menge skur­ril­er Men­schen gibt und das typ­isch kun­stvolle Kon­glom­er­at aus alten Autos, gebrauchter Design­erklei­dung und dem schlichtem Mobil­iar der 60er. Für “Die andere Seite der Hoff­nung” gewann Kau­ris­mä­ki auf der Berli­nale den Sil­ber­nen Bären für die beste Regie.

Der Film ist jet­zt auch auf DVD und Blu­Ray erschienen. Im finnis­chen Orig­i­nal mit Unter­titeln überzeugt der Film durch die harte Sprache noch mehr. Abso­lut empfehlenswert.

Info
Die andere Seite der Hoff­nung (Toivon tuol­la puolen)
Finn­land 2017, 98 Minuten
Regie/Buch: Aki Kau­ris­mä­ki
Kam­era: Timo Salmi­nen
Mit: Sher­wan Haji, Sakari Kuos­ma­n­en, Janne Hyytiäi­nen, Ilk­ka Koivu­la
facebook.com/DieAndereSeiteDerHoffnung

1 Kommentare

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