Der Jäger — Tödliche Gier

Foto: Edel Motion

22 Jahre später schlüpft Rolf Lass­gård erneut in die Rolle des schrul­li­gen Kom­mis­sars Erik Bäck­ström, den er bere­its im Kri­tik­er- und Kassen­er­folg “Die Spur der Jäger” (1996) und in der späten Fort­set­zung “Die Nacht der Jäger” (2011) verkör­perte.

Erik Bäck­ström, sein­erzeit Ermit­tler im fer­nen Stock­holm, hat sich — gewollt oder unge­wollt? — in sein­er Heimat­stadt im hohen Nor­den zur Ruhe geset­zt und will eigentlich nur sein mar­o­des Dach repari­eren. Dann wird jedoch der lokale Unternehmer Markus Lind­mark (Pelle Heikkilä) von Umweltak­tivis­ten ver­fol­gt und Lind­mark, über einige Eck­en mit Bäck­ström ver­wandt, bit­tet diesen um Hil­fe. Schnell stellt sich allerd­ings her­aus, das viel mehr Leute, als zunächst angenom­men, in Markus Lind­marks Geschäfte ver­strickt sind und auch der Unternehmer sel­ber keine weiße Weste hat.

Der Jäger — Tödliche Gier” ist eine weit­ere schwedis­che Krim­is­erie, die sich in das gelobte Genre des Nordic-Noir ein­rei­hen will. Die Serie lebt beson­ders von der wun­der­schön gefilmten schwedis­chen Natur, den Bergen und Wasser­fällen, die Kam­era­mann John Strandh, der auch schon attrak­tive Werbe­sports für Vol­vo und VW drehte, wun­der­bar in Szene set­zt. Auch Bäck­ström-Schaus­piel­er Rolf Lass­gard schaut man gern zu, wenn er zum Beispiel ein­fach nur mit seinem Hund Kon­ver­sa­tion pflegt oder am Dach herumw­erkelt. Den meis­ten ist Rolf Lass­gård wohl durch seine Verkör­pe­rung von Hen­ning Mankells welt­berühmten Ermit­tler Kurt Wal­lan­der bekan­nt, den er von 1994 bis 2007 durchge­hend spielte. Vergessen kann man diese Verbindung daher auch nie ganz und so ver­schmelzen die Charak­tere Wal­lan­der und Bäck­ström mehr und mehr zusam­men. Das tut zwar der Sto­ry nicht weh, aber die Zuschauer*innen fühlen sich ein biss­chen wie in einem Déjà-vu gefan­gen. Statt auf Blut und Mon­strös­es zu set­zten, ver­sucht die Serie die Men­schen zu fokussieren, ihre Entschei­dun­gen und Hand­lun­gen, das Gute und Böse in ihnen. Und lei­der ver­liert sie sich hier doch zu oft, um noch überzeu­gend zu sein: Ein unsin­niger Mord mit einem gehäs­si­gen Lächeln verübt, ein Polizist wird urplöt­zlich kor­rupt, Beweise tauchen plöt­zlich auf, wo eigentlich jed­er schon gesucht hat­te. Die dargestell­ten men­schlichen Ver­hal­tensweisen wer­den überze­ich­net und klis­chee­haft dargestellt, die das Pub­likum nicht überzeu­gen. Auch hät­ten ein paar kom­plexe Frauen­charak­tere der Serie dur­chaus gut­ge­tan, die die Geschichte durch ihr Han­deln vorantreiben, statt ein­fach nur den Hin­ter­grund zu ver­schön­ern.

Info:
Darsteller: Rolf Lass­gård, Pelle Heikkilä, Sam­po Sarko­la, Anna Azcarate
Sprache: Schwedisch (Dol­by Dig­i­tal 5.1), Deutsch (Dol­by Dig­i­tal 5.1)
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Stu­dio: Edel Ger­many GmbH
Spiel­d­auer: 360 Minuten

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