Tag der Pressefreiheit — Der Norden im Überblick

Heu­te ist Tag der Pres­se­frei­heit! Der Tag soll auf Ver­let­zun­gen der Pres­se­frei­heit und auf die Bedeu­tung der frei­en Bericht­erstat­tung für Demo­kra­ti­en auf­merk­sam machen. Beim Ran­king der Pres­se­frei­heit von Repor­ter ohne Gren­zen schnei­den die Nor­di­schen Län­der all­ge­mein sehr gut ab, aber auch hier kri­ti­siert die NGO:

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Bild: Repor­ter ohne Gren­zen https://www.reporter-ohne-grenzen.de/weltkarte/#rangliste-der-pressefreiheit

Finn­land ist die­ses Jahr das ers­te Mal seit sechs Jah­ren nicht auf Platz eins gelan­det: Dort steht jetzt Nor­we­gen, gefolgt von Schwe­den. Der Grund für Finn­lands Abstieg:

Ende 2016 stopp­te der öffent­lich-recht­li­che Rund­funk YLE offen­bar auf Druck von Minis­ter­prä­si­dent Juha Sipi­lä sei­ne Bericht­erstat­tung zu mut­maß­li­chen Inter­es­sen­kon­flik­ten des Poli­ti­kers. Im Früh­jahr 2016 hat­ten die Finanz­be­hör­den den Sen­der unter Andro­hung von Haus­durch­su­chun­gen auf­ge­for­dert, die Pana­ma Papers und alles damit zusam­men­hän­gen­de Mate­ri­al an die Behör­den zu über­ge­ben.”

Schwe­den war das ers­te Land, das Pres­se­frei­heit garan­tier­te, das war im Jahr 1766. Den zwei­ten Platz belegt das Land auch, weil schwe­di­sche Jour­na­lis­ten Quel­len­schutz genie­ßen. Für Nor­we­gen stel­len Repor­ter ohne Gren­zen her­aus, dass es in dem Land so vie­le Zei­tungs­le­ser wie fast nir­gend­wo anders gibt, aller­dings gehör­ten die Zei­tun­gen nur eini­gen weni­gen Eigen­tü­mern. Trotz­dem steht Nor­we­gen an ers­ter Stel­le.

Däne­mark liegt auf Platz vier, posi­tiv erwähnt wird, dass die meis­ten Tages­zei­tun­gen und Online­me­di­en sub­ven­tio­niert wür­den, das wir­ke sich posi­tiv auf die Medi­en­viel­falt aus. Island hat sich im Ver­gleich zum letz­ten Jahr um neun Plät­ze ver­bes­sert und belegt nun den zehn­ten Platz. Nega­tiv bewer­te­te Repor­ter ohne Gren­zen, dass das Unter­neh­men „365“ bedeu­ten­de Tages­zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten sowie den Groß­teil der pri­va­ten Radio- und Fern­seh­sen­der besitzt.

Kurz hin­ter Island, auf Platz zwölf steht Est­land. Geset­zes­än­de­run­gen von 2010 schrän­ken die Pres­se­frei­heit dort ein. Zum Bei­spiel droht Jour­na­lis­ten Haft, wenn sie im Fal­le eines Ver­bre­chens ihre Infor­man­ten nicht preis­ge­ben. Die meis­ten pri­va­ten Fern­seh­sen­der gehö­ren schwe­di­schen und nor­we­gi­schen Medi­en­häu­sern. Schlech­ter schnei­den Lett­land und Litau­en ab:

Lett­land liegt auf Platz 28. Dort ver­sucht der „Rat für elek­tro­ni­sche Medi­en“ Ein­fluss auf redak­tio­nel­le Ent­schei­dun­gen zu neh­men. In Ein­zel­fäl­len wur­den Jour­na­lis­ten bedroht. Litau­en belegt Rang 36. Die Betei­li­gung von Ban­ken an Medi­en­häu­sern sei in dem Land pro­ble­ma­tisch, da sie in die Poli­tik füh­re und die Bericht­erstat­tung beein­flus­se. Zudem wur­den “in den ver­gan­ge­nen Jah­ren meh­re­re Fäl­le bekannt, in denen Zei­tun­gen Poli­ti­kern und Unter­neh­mern gezielt mit nega­ti­ver Bericht­erstat­tung gedroht hat­ten, soll­ten die­se sich wei­gern, Anzei­gen zu schal­ten. Anders­her­um gab es auch Fäl­le, in denen posi­ti­ve Arti­kel durch das Schal­ten von Anzei­gen ‘gekauft’ wur­den.”

Wei­ter­le­sen

Island: Pres­se­frei­heit wird ein­ge­schränkt

 

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