Review: Mare „Island“

„Es war einmal ein fernes Land“, so beginnt der erste Artikel zu Island, in der aktuellen Ausgabe der „Zeitschrift der Meere“, Mare. Island ist diesmal Schwerpunktthema. Vier Artikel widmet die Februar/März-Ausgabe der Insel. Mit wunderschönen Bildern und interessanten Themen. Mare will sich mit dem Meer beschäftigen und all seinen Facetten, deswegen sind die Island-Themen auch nicht die üblichen Touristen-Highlights, sondern überrraschend und hintergründig.

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1949 sind 200 deutsche Frauen nach Island ausgewandert, eingeladen vom isländischen Bauernverband, um auf den abgelegenen isländischen Bauernhöfen zu helfen. Und wohl noch wichtiger, um dort dem Frauenmangel engegen zu wirken. In „Es war einmal ein fernes Land“ werden drei von den Frauen vorgestellt, die bis heute in Island leben.

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Im zweiten Island-Artikel der Mare geht es um Kontinentalplatten. Island liegt auf der amerikanischen und der europäischen. Beide driften immer weiter auseinander. Es geht aber auch um die Entstehung und die Zukunft der Insel. Der Artikel ist reich bebildert und erklärt auch die vielen Vulkanausbrüche auf Island.

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Island hatte mit Vigdís Finnbogadóttir das erste weibliche Staatsoberhaupt der Welt, das war 1980. Mare hat die heute 86-Jährige interviewt, hauptsächlich zu Islands Frauen und ihrer Präsidentschaft.

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Den letzten Artikel zum Schwerpunkt Island schreibt der isländische Autor Andri Snær Magnason. Er beschäftigt sich schon lange mit Islands Natur, unterstützt auch die Schaffung eines Nationalparks im Hochland. In dem Text beschreibt er die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen und Naturschutz und wie sich die Finanzkrise darauf ausgewirkt hat.

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Mein Fazit: Die Themenauswahl für diesen Schwerpunkt ist sehr spannend! Keine Feen, keine Elfen, keine Klischees, die Artikel bewegen sich abseits der üblichen Touristen-Highlights. Und auch Menschen, die sich bereits mit Island beschäftigt haben, können noch viel Neues lernen. Aufmachung und Bilder sind sehr ästhetisch. Das Einzige, was ich mir noch gewünscht hätte, wäre, zumindest teilweise, eine größere Tiefe gewesen. Ich hätte gern noch mehr über die Frauen erfahren, die ausgewandert sind und auch Vigdís Finnbogadóttir hätte ich gern länger zugehört, vielleicht auch ihre Meinung zu aktuellen Themen gehört.

Insgesamt ist es aber eine tolle Zeitschrift, sehr schön gestaltet, mit wunderbaren Themen und für Nordeuropa-Liebhaber gibt es in der Wissenschaftsrubrik noch einen Artikel zum Forscher und Abenteurer Hauke Trinks, der 2016 auf Spitzbergen gestorben ist.

 

 

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