Wir bitten zur Skyr-Parade

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Er schleckt ihn gern, sehr gern. Des­halb stel­len ihm Kin­der den Skyr gern aufs Fens­ter­brett oder in ihre Schu­he. Natür­lich nur zur Weih­nachts­zeit. Der Skyr-Schlund ist einer der drei­zehn islän­di­schen Weih­nachts­män­ner. Und er liebt Skyr genau­so wie ich.

In Island habe ich fast täg­lich Skyr geges­sen, mit Bir­ne, mit Blau­bee­re oder ein­fach pur. Die meis­ten Islän­der lie­ben ihn auch und essen ihn am liebs­ten mit Milch und Zucker oder mit Bee­ren. Auch in Deutsch­land gibt es ihn seit 2015, inzwi­schen sogar von ver­schie­de­nen Her­stel­lern. Grund genug für uns einen klei­nen Test zu machen, aber dazu später.

Fan­gen wir bei den Basics an:

Skyr? Was ist das?

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Skyr ist kein Quark, aber auch kein Joghurt. Laut Ster­ne­koch Magnus Nils­son ist er aber mit Quark ver­gleich­bar. Er wird aus Mager­milch her­ge­stellt und wie Quark auch mit Lab ver­dickt, schmeckt aber anders, säu­er­li­cher. In Natur-Skyr ist nichts drin außer: ent­rahm­ter Milch, Star­ter­kul­tu­ren und mikro­bi­el­lem Lab. 100g Skyr ent­hal­ten laut Stif­tung Waren­test 0,2g Fett, 10,7g Eiweiß, 3,1g Koh­len­hy­dra­te und 0,15g Kal­zi­um. Das sind viel Pro­te­in und Kalzium.

Skyr und Bier — das lass sein

Schon die ers­ten Sied­ler aus Nor­we­gen sol­len Skyr mit nach Island gebracht haben, dass schreibt jeden­falls der islän­di­sche Skyr­her­stel­ler MS. Auch die Sagas erwäh­nen Skyr bereits, aller­dings wur­de er in den Büchern getrun­ken, war also noch deut­lich flüs­si­ger als heu­te. Die Islän­der lager­ten ihn in Fäs­sern und stell­ten ihn zu Hau­se her. Damals war er wohl eine All­tags­spei­se, die nicht beson­ders hoch ange­se­hen war, in den Sagas wird er vor allem von gei­zi­gen Gast­ge­bern auf­ge­tischt. Das schreibt Eva Kraus in ihrer Dok­tor­ar­beit “Undir borðum Zur Funk­tio­na­li­sie­rung von Nah­rung und Mahl­zei­ten in den Islän­der­sa­gas”. Laut der Sagas soll­te man Skyr nie mit Bier zusam­men genie­ßen! Die Mischung gilt als unver­träg­lich, die stärks­ten Wikin­ger haben sich davon über­ge­ben. (Der ein­zi­ge, dem die­se Kom­bi­na­ti­on nichts aus­mach­te war Egill, der Held der “Egils saga”.)

Aber wie schmeckt er denn nun?

 

Zu zweit haben wir Skyr von drei ver­schie­de­nen Her­stel­lern pro­biert: Mil­sa von Aldi, den Skyr von Arla, der unter ande­rem bei Pen­ny und Rewe ver­kauft wird, und Mil­bo­na von Lidl. Von allen Her­stel­lern haben wir Natur- und Blau­beer-Skyr geges­sen. Der Test ist natür­lich völ­lig sub­jek­tiv und nur auf unse­rem Mist gewach­sen. Los ging’s mit dem Natur-Skyr und das war unser Eindruck:

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Die Natur-Sky­re haben wir mit Him­bee­ren und mit Scho­kost­reu­seln ver­fei­nert. Ergeb­nis: Alle waren lecker, hat­ten aber sehr ver­schie­de­ne Kon­sis­ten­zen, wäh­rend der von Mil­sa eher wie Joghurt ist, emp­fan­den wir den Arla-Skyr als sehr locker und weni­ger sau­er, der von Mil­bo­na war cre­mig und am säu­er­lichs­ten (mei­ner Erfah­rung nach kommt er dem islän­di­schen Skyr am nächsten).

Als nächs­tes kam der Blau­beer-Skyr unter die Lupe. Bezie­hungs­wei­se Blau­beer-Holun­der im Fall von Arla und Milsa.

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Uns hat der Mil­sa-Skyr am bes­ten geschmeckt, denn er schmeck­te am natür­lichs­ten. Aber auch die ande­ren waren gut, in dem von Arla waren die meis­ten Früch­te, der von Mil­bo­na hat­te die fes­tes­te Konsistenz.

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Nach dem gan­zen Skyr-Getes­te waren wir so voll, wie der Skyr-Schlund, wenn er alle Kin­der Islands besucht und deren Skyr-Gaben ver­drückt hat. Und viel­leicht habt ihr ja jetzt auch Lust ihn mal zu pro­bie­ren, oder seid ihr eh schon Fans? Wel­che ist eue­re Lieblingssorte?

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